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Das sagte:
Hans Domizlaff, Texter

«Die Menschen sind zu 99 Prozent keine Vernunftwesen, sondern denkunfähige Geschöpfe, die Naturtrieben unterworfen sind. Diese Einsicht mag bitter sein, aber sie wird immer sofort bestätigt, sobald eine gewohnte Ordnung verloren geht und sich die Unfähigkeit zeigt, ohne Traditionswerte zu existieren.»
«Fast alle grossen Ideen der Menschheit waren anfänglich eine Art bevorrechtigter geistiger Besitz einer fest geschlossenen kleinen Anhängerschaft, die zum Teil selbst unmittelbar auf Vergrösserung durch Propaganda bedacht war. Zeigt sich dieses Bestreben deutlich, ist die Marke unzweifelhaft kraftvoll und umgreifend genug, um einen Siegeszug vorhersagen zu lassen. Sie kann gefahrlos den Kampf um grössere Marktanteile beginnen. Geht jedoch das Verlangen nur von dem Unternehmer und der Unternehmung aus, so ist es anzunehmen, dass die erzwungene Verlagerung des Absatzes dem Tod der Marke vorausgeht. Zwischen diesen beiden Extremen liegt die Mannigfaltigkeit der Praxis.»
«Ein enttäuschtes Markenvertrauen, dem im Unterbewusstsein das Gefühl jahrelanger Verpflichtung anhaftet, erzeugt einen lebendigen Hass wie betrogene Liebe.»
«Ganz schlimm ist es wie ich immer wieder betonen muss wenn ein Unternehmer Werbekritiken aus den Kreisen der Konsumenten ernst nimmt. Hiervon versteht das Publikum absolut nichts, denn es weiss nicht einmal, wie weit fast jede Tätigkeit eines Menschen unserer Zeit durch Werbung beeinflusst wird.»
«Es kann allerdings von einem Werbefachmann nicht verlangt werden, dass er völlig auf die Eitelkeit seiner Person verzichtet, obwohl diese bei allen gegebenen Anlässen hinter der Leidenschaftlichkeit seines Berufes verschwindet. Nachträglich wird er ungern seinen Anteil an dem Erfolg einer Idee in Abrede stellen lassen oder eine geringe Einschätzung vertragen. Das ist allgemein menschlich. Wenn er sich jedoch mit der Verteidigung seines Werkes wo weit hervordrängt, dass er vor der Öffentlichkeit im gleichen Atem für sein eigenes Haupt Lorbeeren beansprucht, in dem er eine Sache propagiert, so begeht er eine schwere Berufssünde.»
«Wenn ein Mensch von früher Jugend an unter Fehlschlägen seines Triebcharakters leidet, so werden die notwendigen Selbsterziehungsversuche vorausgesetzt, dass er hierzu die Einsicht und die Kraft besitzt, weit einschneidender seinen Instinkt modellieren als eine geregelte berufliche Erziehung.»
«Der Werbefachmann kann sich selbst auslöschen, und darin unterscheidet er sich genauso wie der Künstler im Schaffenszustand von allen Dynasten, Verkaufskanonen und allen Abarten des modernen Geschäftsmannes, den metaphysische Dinge nicht interessieren.»
«Napoleon I. hat seine erfolgreichen Generäle regelmässig in den Hintergrund gedrückt, und zwar nicht deshalb, weil sie ihm hätten gefährlich werden können, sondern weil er keine Rivalen des Ruhmes ertrug. Mit solchen Schwierigkeiten muss auch ein Werbefachmann rechnen, sobald für das jeweilige Unternehmen die Werbung in der öffentlichen Meinung eine entscheidende Wichtigkeit zu haben scheint.»
«Nach langjähriger Praxis wird der Werbefachmann, dessen Studienobjekt ja gerade die öffentliche Meinung mit allen ihren gesetzmässigen Unselbständigkeiten bildet, sehr froh sein, wenn es ihm gelingt, sich privat ein unauffälliges Dasein zu erhalten. Er lernt sehr bald, auch die öffentlichen Ehrenstempel in bezug auf seine eigene Person mit ängstlicher Abneigung zu betrachten. Der Massenpsychologe aus Beruf vermeidet gern alles, was ihn selbst einmal zum Opfer der von ihm oft genug beobachteten Launenhaftigkeit der Masse werden lassen könnte.»
«Doch auch die besten Marken, die sich eines so grossen öffentlichen Vertrauens erfreuen, dass sie nichts weiter zu tun haben, als ihre Qualität laufend auf der Höhe der Konkurrenzverpflichtung zu erhalten, stehen eines Tages vor der Aufgabe, mit Werbemitteln nachzuhelfen, die über den Rahmen des markentechnischen Dienstes hinausgehen. Dies hat nichts mit Fragen der Krisenfestigkeit und dem Eigenleben der Marke zu tun, sondern mit der merkwürdigen Unersättlichkeit aller naturhaften Unternehmer und Unternehmungen.» |
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