|
|
 |
 Zurück zur Ahnengalerie
 |
Das sagte:
Martin Lanz, Texter
 «Ich bin ein Denker, Schreiber, Verkäufer. Gibst du das alles in den Mixer, wird ein Werber draus, Ich mache mich von meiner selbständigen Unselbständigkeit selbständig, als Werbeberater, Konzepter, Texter.» «Was die Werbung heute braucht, sind nicht so sehr Texterinnen und Grafiker, sondern Gestalter Leute also, die visuell und verbal denken können. Das bedeutet nicht, künftig keine Texter und Grafikerinnen mehr zu haben. Es wird immer verschieden starke Begabungen für das eine oder andere geben. Aber: Der Texter ohne Bild-Ideen wird im künftigen Kommunikationsgeschäft genauso wenig brauchbar sein wie der Grafiker ohne Text-Ideen. Jeder von ihnen muss in der Lage sein, eine Anzeigen-Kampagne bildlich und textlich zu entwickeln - wobei der Texter dann immer noch die gute Formulierungsarbeit und die Grafikerin immer noch die gute visuelle Darstellung übernehmen kann. Entscheidend ist, dass beide keine Handwerker sind, sondern Denker. Also: nicht der Formulierer, nicht die Illustratorin, sondern der Interpret. Nur so kommt das zustande, was man Idee nennt das, was Bild-Text-Spannung schafft.»
«Blättert man in Zeitschriften, findet man im redaktionellen Teil überwiegend Menschen, im Anzeigenteil überwiegend Fotomodelle. Im Fernsehen ist es kaum anders. Anders aber ist es in den USA. Dort sind die besonders Dicken, die besonders Dünnen, die mit Falten und Fältchen im Gesicht, die mit schütterem Haar, mit Brille und mit Pickeln beinahe repräsentativ in der Werbung vertreten. Die Werbung ist dort härter. Und weil sie härter ist, ist sie realistischer. Und weil sie realistischer ist, ist sie menschlicher und damit erfolgreicher.»
«Eine gute Anzeige hat es nicht nötig zu verstecken, dass sie eine Anzeige ist. Im Gegenteil: Wer sein Angebot interessant und überzeugend offeriert, wird alles tun, damit es als solches erkennbar ist.»
«Die Medien haben erkannt, was viele Werber noch nicht erkannten: es gibt formale Normen, die sich für jedermann als schnell erfassbar, gut lesbar, leicht überschaubar erwiesen haben. Es ist das Gewohnte, nicht das Ungewohnte, das hier Kommunikation schafft. Wer hier seine Neuerungssüchte auslassen möchte, begeht eine Sünde wider die Kommunikation, er schafft nichts Neues, sondern Neu-artiges oft auch Ab-artiges. Es waren noch nie die formalen Neuerungen, die eine Werbung neu und erfolgreich machten, sondern stets die inhaltlichen. Es zeigt sich immer wieder: je stärker der Inhalt, desto schlichter die Form.»
«Die Redaktion ruf an. Die Kolumne sei zu kurz. In des Layouts durchgestalteter, durchgespalteter grauen Fülle sorgt der weisse Fleck für aufmüpfige Unruhe. Ehret die Form, wehret dem Inhalt! Und ich denke, ach gäbe, ach gäbe, ach gäbegäbe es mehr Flecken in des Druckers Schwärze, mehr Flecken so weiss!»
«Der Werber dieses Jahrs ist schon deshalb ein Genialer, weil er Müssiggang und Kreativität so gut in Einklang bringt. Wird er es durchhalten? Oder wird er eines Tages in seiner eigenen Bude ergrauen? Und alle Träume in üppigen Bilanzen begraben? Warum lieben wir das Unglück? Warum sind auch jene, die sich kreativ nennen, dem Zwang unterworfen, ihr Leben für die Arbeit zu opfern statt dem Leben zu widmen? Weil’s so läuft: Das Auto mit Benzin, das Tram mit Strom, der Mensch mit Kohle.» |
 |
|
|
|
 |
|