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Das sagte:
Jacques Séguéla, Texter

«Seit Jahren plädiere ich für das, was ich glokale Werbung nenne, das heisst ein globales Konzept, das die lokale Kultur berücksichtigt. Das ist die grosse Chance für Europa.»

«Wer heute konsumiert, hat Schuldgefühle. Konsumieren ist im Grund genommen eine idiotische Handlung. Es gibt wohl nichts Dümmeres als sein Auto zu nehmen, eine halbe Stunde zu fahren, um nach dem Einkauf an der Kasse wieder eine halbe Stunde anzustehen. Wir Werber haben deshalb die Aufgabe, diesen Kaufakt in ein schönes Erlebnis zu verwandeln. Der Konsument glaubt beispielsweise beim Kauf einer Packung Kaffee, Gefühle, die von der Werbung suggeriert werden, mitzukaufen. Der Konsument muss das Gefühl bekommen, mit dem Kaufakt etwas Nützliches für die Gesellschaft tun zu können.»

«Die Entwicklung geht eindeutig in Richtung kultureller Pluralismus. Je weiter die Globalisierung voranschreitet, desto stärker halten die Konsumenten an ihrer Nationalität fest und wollen Werbung, die sich auf ihr Umfeld bezieht. Die Welt von morgen wird deshalb immer paradoxer: je mehr wir globalisieren, desto wichtiger werden unsere Wurzeln; je konservativer wir während der Woche sind, desto abenteuerlustiger werden wir am Wochenende.»

«Die anglophone Werbung spricht mit dem Kopf zum Herz, die lateinische mit dem Herz zum Kopf. Und das Herz des Menschen ist immer noch viel interessanter als der Kopf. Mir geht es darum, diesen vitalen Instinkt, den wir Liebe nennen, zu kultivieren. In der christlichen Nächstenliebe, die die Grundlage unserer jüdisch-christlichen Kultur bildet, ist bereits alles enthalten was wir für unsere Werbung brauchen: Leidenschaft, Empfindungen; Mitgefühl. Die anglophone Werbung dagegen zielt direkt aufs Portemonnaie.»

«Eines muss man sich immer vor Augen halten: Es ist das Produkt, das eine Kampagne erfolgreich macht, und nicht umgekehrt. Und wenn ich von Gefühl, Spektakel und Herz spreche, dann meine ich das immer im Zusammenhang mit dem Produkt. Der Konsument von heute will träumen, und er will, dass seine Träume konkret werden.»

«Hier liegt der grosse Unterschied zu früher. Die eruopäische Werbung lässt sich in drei Etappen unterscheiden. In den 60er Jahren zählte ausschliesslich der Nutzwert: Dieses Waschpulver wäscht weisser. In den 80er Jahren kam der Imagewert dazu, weil der Nutzwert nicht mehr genügte. In den 90er Jahren verlangt der Konsument, dass man ihm das Produkt in einen Traum verpackt.»

«Wir haben eine Einsamkeitsgesellschaft geschaffen. Die Menschen leiden heute unter dem Gefühl der Vereinsamung. Im nächsten Jahrhundert müssen wir alles dransetzen, die Kommunikation wieder neu zu beleben. Immer stärker begeben wir uns von einer reellen in eine virtuelle Welt.»

«Die beste Werbung in der Schweiz ist Schweizer Werbung.»

«Ne dites pas à ma mère que je suis dans la publicité, elle me croit pianiste dans un bordel.»

«Es wird immer wichtiger, Gerüchte in die Welt zu setzen und Legenden zu schaffen. Das wird wichtiger als das Bild. Deshalb müssen Sie sich ein Network schaffen, das die Gerüchte in allen Teilen des Landes verteilt. Und das ist sehr gefährlich, weil wir uns drehen und von Kommunikation zu Manipulation gehen. Wir gehen von Werbung zu Propaganda.»