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Das sagte:
Reinhold Weber, Texter
 «Wenn man viele Leute braucht, ist es unmöglich, ausschliesslich gute zu finden. Das heisst, 30 Prozent der Mitarbeiter sind fähig, Kultur umzusetzen, für die restlichen 70 Prozent braucht es Struktur.» «Irgendwann heisst es, ach, der Alte da, der immer mit dem eisernen Besen hantiert, mit Zuckerbrot und Peitsche, wir sind froh, wenn er weg ist. Doch kaum ist er weg, gibt es ein Puff. Es gab wirklich eine Zeit, da hiess es, wenn es schlecht lief: Es ist dein Laden. Und wenn es gut lief, hiess es: Wie haben wir das jetzt wieder toll gemacht. DAS erträgt man sogar noch. Aber wenn du spürst, es kommt nichts mehr dabei heraus, musst du sagen: So, jetzt machen wir es wie früher. Ich bin der Ansprechpartner für das, ein anderer ist der Ansprechpartner für jenes, und da will ich funktionierende Teams haben. Ihr seid kleine Unternehmer, und wenn ihr ein Problem habt, bin ich da, und wenn ihr bereits die Lösung habt, höre ich sogar zu.»
«Ich habe ganz wenige sehr enge Freunde und ganz viele Bekannte. So funktioniert auch meine Agentur. Ich habe wenige Führungskräfte, mit denen ich eng zusammenarbeite, und ansonsten will ich keine weiteren Hierarchiestufen. Ich habe einmal diesen Fehler gemacht und bildete viele Hierarchiestufen: Gruppenleiter, Untergruppenleiter, Junior Berater und so weiter. Das war vor etwa vier Jahren, während der Schulterklopfphase. Es darf nicht zu viele Mitten geben, das ist wie in der Live-Musik grässlich.»
«Durch den kontinuierlichen Auftritt haben wir unser Image in unseren Primärmärkten derart verankern können, dass sich Leute bei uns erkundigen, wann denn endlich die Fortsetzung der Kampagne zu sehen sein wird. Ausserdem geht von ihr eine grosse PR-Wirkung von innen aus: Die Bündner Bevölkerung identifiziert sich stark mit der Kampagne.»
«Irgendein gescheiter Kopf hat einmal gesagt, Ehrlichkeit könne auch ein Knüppel sein, wie eine Keule. Mag sein, dass das als Arroganz empfunden wird. Aber ich kann es nicht ausstehen, wenn man mit Leuten im Schützengraben liegt und jemand statt Munition Cervelatsalat abliefert. Anstatt scharf zu schiessen, muss ich mir dann am falschen Ort und zur falschen Zeit Geschnorre über Cervelats anhören. Nein, in den Schützengraben gehört Munition, und dann räbelts. Ich bin auch etwas rechthaberisch. Das ist halt das Wesen des Steinbocks. Und ich weiss, ich kann wahnsinnig aufbrausend sein und verletzend. Obwohl ich es gar nicht so meine. Ich spüre dann, Hueresiech, jetzt bin ich wieder zu laut geworden, zu ruppig, und dann bestelle ich wieder Tulpensträusse.»
«Es stimmt natürlich nicht ganz, dass grosse Kunden nur zu grossen Agenturen gehen. Es ist vielmehr so, dass die interessantesten Grosskunden zu kleinen Agenturen gehen, siehe Diesel, siehe Nike. Man müsste sowieso genauer unterscheiden, nämlich zwischen gross und international.»
«Kreation wird immer eine zentrale Stellung innerhalb der Agenturen haben. Das muss auch so sein. Nur dort gibt es Leute, die die Freiheit haben, sich unabhängig von irgendwelchen Marketingzielen und Unternehmensvorgaben völlig neue Sachen auszudenken. Es müssen halt nur nicht zwangsläufig ADs oder Texter sein, von denen die Einfälle kommen. Diese Denke ist ebenso vorbei wie die alte Marketingschule, bei der man versucht hat herauszufinden, wo es noch Bedürfnisse gibt. Heute erfindet man ein Produkt und bestimmt dann, wo der Käufer ist. Erfolgsgeschichten wie die von Swatch machen vor, wie das geht.»
«Ich habe so viele strategische Planer kennengelernt, bei denen nur heiße Luft zwischen den Lippen hervorquillt. Wenn man da ein Sitzungszimmer mal durchlüftet, bleibt nichts mehr übrig außer einem vollen Aschenbecher. Die einen stellen ihre Gedanken in Form von Kreisen dar, die anderen als Dreiecke oder was weiß ich. Bei vielen Strategen ist unglaublich viel Etikettenschwindel im Spiel.»
«Kreation und Ideenfindung funktionieren vermutlich besser in einem kleinen Organismus. Die Kunst besteht darin diesen Prozess an die Bedürfnisse eines grossen Kunden anzupassen, das heisst, professionelle Lösungen für die Abwicklung zu finden. Zu dritt Monitoring für einen Grosskunden zu machen funktioniert natürlich nicht. Die Frage ist deshalb: Konzentriere ich mich auf die Ideenfindung, oder will ich auch noch weitere Services anbieten?»
«Es wäre die völlig falsche Strategie, in irgendeiner Form missionarisch tätig zu werden. Man ärgert sich sonst nur gegenseitig. Wenn ein Kunde soweit ist, dass er Werbung machen will, wie wir sie realisieren, kommt er schon von allein.» |
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