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Kernkompetenz Kreativität

zimmermann

Ein Grossmeister des Bilds und einer des Worts im Gespräch. Über Ideen, Werke, das schöpferische Leiden und das Kind im Manne.

Meine Lieblingsstellen:

«Wir sind beide grosse Kinder geblieben, und ich hoffe, dass wir dies auch bis zum Ende bleiben werden, da wir mehr unseren oft unerklärlichen inneren Impulsen als irgendwelchen Regeln folgen, die für mich so wenig Bedeutung haben wie für Sie.»

«Künstler ist, wer seine persönliche Beziehung zu diesem phantastischen Magma findet. Und der durch ein kleines Loch so lange weiterbohrt, bis sich seine Phantasie materialisiert. Und er muss auch zugeben, dass sie sich nicht mit einem Schlag materialisiert, sondern durch einen Treffer nach dem andern...ich sehe einen kleinen Schwanz und ziehe und ziehe, bis ich schliesslich einen Elefanten entdecke.»

«Wir sind ein wenig wie Schwämme, die das Leben aufsaugen, ohne es zu wissen, und dann geben wir es in veränderter Form zurück, ohne dabei aber den alchimistischen Prozess, der sich in uns abgespielt hat, zu kennen.»

«Man sieht im Künstler das grosse Kind, einen Menschen, der sich nicht voll entwickelt hat. Dabei ist es genau umgekehrt. Ja, man muss die Kindheit als eine Möglichkeit sehen, das Gleichgewicht zwischen dem Unbewussten und dem Bewusstsein, zwischen dem wirklichen Leben und dem erinnerten Leben zu halten. Das Kind ist immer so, bei ihm gibt es keine Teilung zwischen ihm und der Wirklichkeit. Durch die Erziehung, die Schule, die Familie, die Gesellschaft, die ihm die infernalische Starrheit des jeweiligen Systems aufzwingen, wird dies alles zerstört.

Das Kind weiss nicht, dass es sie ablehnen müsste, der Künstler muss zu vergessen versuchen, dass man sie ihn gelehrt hat. Und das Leben weiterhin ungefiltert aufsaugen, auch wenn er sich dann in diesem unvermeidlichen Konflikt verzehrt.»

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