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Typisch ungarisch, dieses Buch



Das, was in den Zeilen und zwischen ihnen steht, kommt mir als halbem Ungare sehr ungarisch vor. Will meinen: Beim Lesen sieht man Csikszentmihaly breit lächeln und sich eine Scheibe Paprikawurst in den Mund stopfen.

Meine Lieblingsstellen:

«Kreativität ist aus mehreren Gründen eine zentrale Sinnquelle in unserem Leben. Erstens sind die meisten interessanten, bedeutsamen und menschlichen Phänomene ein Ergebnis der Kreativität. Wir teilen 98 Prozent unserer genetischen Ausstattung mit den Schimpansen. was uns von ihnen unterscheidet - Sprache, Wertvorstellungen, künstlerische Ausdrucksformen, Wissenschaft und Technik -, ist die Folge individueller Erfindungen, die anerkannt, belohnt und durch lernen weitergegeben wurden. Ohne Kreativität wäre es in der Tat äusserst schwierig, den Menschen vom Affen zu unterscheiden.»

«Ein kreativer Mensch muss die herrschende Lehre zurückweisen und doch die Standards zugleich in Form einer strengen Selbstkritik verinnerlichen.

Dazu muss man lernen, die dialektische Spannung zwischen Engagement und Distanz aufrechtzuerhalten, die jeden kreativen Prozess kennzeichnet. Man muss immer eine gewisse Distanz zu sich selbst wahren. Finden Sie nicht? Es ist der Wechsel zwischen grosser Nähe und grosser Distanz.

Man muss immer innerlich beteiligt sein und es zugleich von aussen betrachten. Während man schreibt, geht man darin auf. Aber man muss gleichzeitig die Distanz wahren. Und je besser man sein Handwerk, seine Kunst beherrscht, desto besser ist man in der Lage, in der Tätigkeit aufzugehen und doch zugleich den Abstand zu wahren und das eigene Tun zu bewerten.

Wie zum Beispiel, wenn man ein Wort streicht. Anfangs streicht man es, nachdem man es geschrieben hat. Wenn man mehr Erfahrung hat, streicht man es, während man schreibt.

Ein schizophrener Prozess, das Schreiben. Einerseits ist man die emotionale Person, die die Worte liefert, und andererseits ist man die rationale Person, die erkennt, welche Worte notwendig sind.»

Erhältlich bei Amazon.