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Was Werber von Profilern lernen können
 

Ressler war es, der das Profiling begründet hat. In diesem Buch erzählt er, wie er dabei vorgegangen ist und welche Erkenntnisse er gewonnen hat. Für Werber sind unter Anderem die beschriebenen Interviewtechniken interessant.
Meine Lieblingsstellen:
«Will der Interviewer... Information erhalten, so muss er vom Häftling auch ernst genommen werden und ein stabiles Vertrauensverhältnis aufbauen. Dazu wiederum muss er zuallererst seine Achtung gewinnen.»
«Die meisten Interwiever stellen die entscheidenden Fragen zu früh. Auch dann macht der andere zu, und das Gespräch ist praktisch beendet. Lebenslängliche haben alle Zeit der Welt. Wenn sie sich nicht wohl in ihrer Haut fühlen, verlässt man sie mit leeren Händen. Wer von ihnen intime Details erfahren will, muss sich und ihnen Zeit lassen. Ich gehe immer langsam voran, beruhige sie, taste mich vorsichtig weiter, komme ihnen näher und näher, bis ich spüre, dass der Moment für die harten Fragen da ist. Manchmal sind viele Stunden, wenn nicht gar mehrere Besuche vonnöten.
Bei meinen Gesprächen mit diesen durchaus charismatischen Verbrechern, legte ich grössten Wert auf eine peinlich genaue Vorbereitung. Sie sollten verstehen, dass ich nicht kam, um ihre Zeit zu vergeuden. Ich musste sie beeindrucken, ihnen das Gefühl vermitteln, dass sie es wert waren, dass ich mich mit ihnen auseinandersetzte. Präsentierte ich mich als einer, der von vornherein schon einiges über ihr Leben und ihre Fälle wusste, konnte ich sie auch eher davon überzeugen, dass ich ihr Vertrauen verdiente.Charles Manson begann einmal eine Erzählung mit den Worten: „Und Bobby hat mich zu Treffen mit Dealern mitgenommen.“ Ich unterbrach ihn mit einer Zwischenfrage: „Bobby Beausoleil?“ – „Richtig“, erwiderte er und fuhr fort. Es konnte nun davon ausgehen, dass der Interviewer seine Hausaufgaben gemacht hatte, mit allen bekannten Fakten aus seiner Lebensgeschichte vertraut war und die Zusammenhänge verstand.Genau das hatte ich ihm beweisen wollen. Ich wusste, wovon er sprach, und hielt es für wichtig. Das hatte zur Folge, dass Manson freimütiger wurde.» |
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