Bidding-Option Conversions maximieren, oder: Was ich von Richard Dorfmeister übers AdWordeln lernte

Ich fahre aktuell in einem der betreuten Leadgen-AdWords-Konten einen Testlauf mit der Biddingmethode “Conversions maximieren” – hier überlasse ich dem Machinelearning von AdWords die Kontrolle darüber, wie hoch geboten wird; im Rahmen eines vorgegebenen Budgets. Dies mit dem Ziel, soviele Conversions wie nur möglich rauszuholen. Klappt das?

Bislang – der Test läuft rund eine Woche – noch nicht so wirklich. Die Kosten pro Conversion sind bislang beim Testsplit fast doppelt so hoch wie bei der ursprünglichen Kampagne (die ich mit Target-CPA steuere. Hier gebe ich vor, was eine Conversion kosten soll bzw. maximal kosten darf). Wenn die Conversionkosten steigen, sinkt natürlich die Anzahl Conversions. Anstatt sich zu vermehren…

Ich hab mich mal bisschen in den Foren umgehört, was Andere so für Erfahrungen machen mit Convmax-Bidding. Die Erfahrungen der Leute sind durchzogen. Eine Auswahl Rückmeldungen zur Biddingoption “Conversions maximieren”, verschiedene Quellen:

“The type of campaigns that work best tend to be either campaigns where the conversion delay is very short (e.g. lead generation) or campaigns without keywords (shopping or DSA).”

“I do see it working for very broad top funnel KWs…“

“As impressive, promising and convincing as AdWords’ Smart (Automated) bidding seems, with years of experience we have learned not to get over-excited and implement new features immediately on all of our AdWords accounts.“

„…experiments have shown that this bidding strategy has varying results – Not only from Account to Account, but also varying results between different campaigns within the same account.“

“…having switched to conversion maximization about 3 months ago, it wasn’t better or worse, I just noticed it was more consistent.”

“Since switching to maximize conversions we seem to be hitting some very very high CPC rates for key phrases.“ .”

“…you need to give the campaigns a solid 10 days to fully automate to maximize conversions.“

“Google does state that their Machine Learning could take up to 30 days to generate enough data to base decisions on, so it’s possible that things could improve.“

“Under average scenarios, the learning period could be a bit more than a week. Please be prepared to suffer some temporary losses during this period of time. The good news is that it typically works out fine after it.”

…Update: Der Test lief nun mehrere Wochen, Resultate nach wie vor nicht besser. Ich “solle noch länger warten”, wurde mir beschieden. Nur: Google kennt die betreffende Kampagne doch schon inwendig und auswendig. Was soll G da noch “lernen” können? Die Kampagne läuft seit Monaten bereits komplett auf automatisiertem Bidding, unter Vollast und unter Einsatz von viel Budget.

Meine vorläufige Interpretation: Die KI (aka “SmartBidding”) von AdWords ist kein Selbstläufer. Sie funktioniert nur so gut, wie das Konto strukturiert ist. Sie sollte in engen Grenzen klarer Vorgaben eingesetzt werden – wie es bsp bei tCPA der Fall ist, was mindestens bei Leadgen manuelle Steuerung und Automatismus-Einsatz produktiv auszubalancieren scheint. Die Volle-Kanne-KI-Biddings wie Convmax sind potentiell gefährlich und kostentreibend. Verblüffende Ergebnisse dürfte Convmax wohl vor allem dort erzielen, wo die Konten zuvor in einem schlechten Zustand waren.

Und: Der Terminus “SmartBidding” ist insofern irreführend, als er suggeriert, a) smart lässt sich nur mit dieser Technologie bieten und b) alles, was diese Technologie tut, ist smart. Stimmt – nicht nur nach meinem Dafürhalten – beides nicht.

Insgesamt: Ich vertraue AdWords nicht grundsätzlich, ich vertraue vor allem meinen Erfahrungen, die ich mit AdWords mache.

Ich bin nach wie vor ein Fan von AdWords, aber die Qualität der neuen Funktionen und der generelle Trend des empfohlenen Umgangs mit AdWords stösst nicht allerorts auf mein Wohlgefallen.

Die Killerapplikation von AdWords ist für mich immer noch die elegante und bislang ungeschlagene Targetingpower per Keywords – man klinkt sich so genau dann in das Bewusstsein potentieller Käufer ein, wenn sie selbst ihr Interesse dechiffrierbar darlegen. In Form von Suchanfragen, die sie bei Google eintippen.

Auch wenn G bei AdWords laufend Neues bringt, heisst das nicht automatisch, diese Neuigkeiten haben ein gutes Aufwand-/Ertrag-Verhältnis.

…natürlich würde ich mich gerne eines Anderen belehren lassen! Je mehr Funktionen und Channels umso besser. Wenn denn gesichert ist, sie bringen wirklich was. Bis es soweit ist, halte ich es mit dem Credo des österreichischen Sound-Tüftlers Richard Dorfmeister, der mal lakonisch erklärte:

“Mein Studio ist primitiv eingerichtet – und funktioniert genau darum. Ich kenne mich aus damit und kann deshalb schnell arbeiten.” Dorfmeister sagte aber auch: “Es sind alles nur Werkzeuge. Am Ende kommt es darauf an, womit man das System füttert.” Gefällt.

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