Bewegend: Das Juni-Zitat

„Die Zukunft des Internet ist Bewegtbild, und die Zukunft von Bewegtbild ist das Internet.“ Prognostizierte der Publizist Julian Lloyd Evans an einem Vortrag im Herbst 2011. Er könnte richtig liegen – die Menschen verbringen immer mehr Zeit im Web, und sie lassen sich lieber per Video berieseln als zu lesen.

Wen wundert’s: Lesen, also das Dekodieren verschriftlichter Informationen, ist im Grunde unnatürlich. Informationen und Geschichten wurden früher mündlich übermittelt – diesem Zustand nähern wir uns nun wieder an.

Ist das gut, ist das schlecht? Man wird sehen. In jedem Falle benötigen auch Bewegtbilder gute und gut formulierte Inhalte, sollen sie nicht in Schönheit sterben.

Hier geht’s zur Quelle.


Comments

  • babbo

    June 1, 2017 at 1:25 pm

    Was sagt (vor über 5 Jahren) Schöpper?
    “Fernsehen wird demokratisch” ‘die Hoheit der Sender geht verloren.’ wird der prognostizierte Prozess kommentiert. Was heisst hier demokratisch? Die TV-Gesellschaft herrscht nicht mehr über jene, die Videos vorführen wollen, also nicht den Videoschaffer, sondern deren Auftragsgeber. Also dann wird dieser herrschen? Heute ist es ja auch schon so. Also eine gefällige Gedanken-/Wortblase.
    “Der Trend bewegt sich wie folgt: Text mit Videoergänzung wird immer mehr zu Video
    mit textergänzung”.
    Meine Meinung: So oder so, das Mittel der Übermittlung eines QUALITATIV BLEI- BENDEN INHALTES IST MEINES ERRACHTENS weniger bedeutungsvoll als die Botschaft selber. “What else”? “das demokratisierte Fernsehen”?
    LG babbo

  • Aurel Gergey

    June 1, 2017 at 7:47 pm

    Ehret den Inhalten, wehret der Form? Wird so nicht funktionieren. In Zeiten des zunehmenden Informations-Overkills ist die formale Aufbereitung erfolgsentscheidend. “Es hat noch nie jemand was im Schlaf gekauft” (Ogilvy).

  • babbo

    June 3, 2017 at 7:18 am

    Walker: “…auch sie glaubte nicht daran, dass die Menschheit der Endpunkt der Evolution sei. Menschen seien in der Lage, die Denkmaschinen der Zukunft zu bauen, mit denen sie schliesslich zu einer neuen, hybriden Lebensform verschmelzen würden, die die unermüdliche Effizienz von Robotern mit menschlicher Kreativität und Dynamik vereinen könnte” (aus: Germany 2064, bei Diogenes 2015)

  • Aurel Gergey

    June 4, 2017 at 10:24 am

    Ein hochaktueller Beitrag! Sowas ereignet sich bsp. aktuell gerade bei AdWords, dem Werbesystem von Google.

    Auch hier begegnen sich die benannten zwei Welten: Einerseits das nüchterne Maschinenlernen, dessen Qualität die datengetriebene und darum uneinholbare künstliche Intelligenz ist – andererseits die menschliche Empathie und Fantasie; Eigenschaften, die wiederum durch Maschinen nie und nimmer repliziert werden können – so meine Einschätzung.

    Spannend dann die Frage, wie die prognostizierte “Verschmelzung” stattfinden kann, könnte, wird.

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