Werbung versus Reklame: eine Ehrenrettung

Warum Online-“Werbung” nervt, dazu äussert sich Amir Kassaei in diesem Video. Mich nervt sie gelegentlich auch, ich würde dann aber nicht von Online-“Werbung” reden, sondern von Online-“Reklame”.

Das ist ein fundamentaler atmosphärischer Unterschied. Reklame ist aufdringlich, laut, undiplomatisch, auf schnellen Verkauf aus und das um jeden Preis. Werbung hingegen ist zurückhaltend, einladend, verführerisch, elegant.

Hans Domizlaff dazu, in Die Gewinnung des öffentlichen Vertrauens:

“Der Verkäufer sucht seine Ware den Kunden aufzudrängen. Der Markentechniker versucht, eine Marke und Werbemittel zu schaffen, die geeignet sind, den Kunden anzuziehen…der eine Stil bedeutet die Ausübung eines Druckes und der andere Stil sucht eine ansaugende Wirkung zu erreichen, um zum Kauf zu verführen, ohne dass der Kunde das Gefühl für die Selbständigkeit seine Wahl einbüsst.

Eine durchaus folgerichtige, aber manchen Werbetreibenden unverständliche Erfahrung lehrt, dass ‘stille’ Werbemittel in der Wirkung viel weitreichender und auch unmitelbar weit deutlicher hörbar sind als jede Aufdringlichkeit.. Der Verbraucher will selbst ein wenig „entdecken“ können; er lehnt es innerlich ab, gleich mit der Nase gewalttätig auf etwas zu gestossen zu werden, wenn er nicht unmittelbar Vorteile verspürt.”

Wir befinden uns in einer grossen kaufmännischen Zweckveranstaltung. Sie muss sein, aber muss sie darum stillos sein?

Danke an Erik Blatter, der mich auf das Video aufmerksam machte.

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